Von ein paar, die auszogen, das Oischerre zu lernen

 

 

Lieber Verfasser dieses Artikels:

als erstes müssen wir Dich mal aufklären, dass man bei uns in Eschdl nicht "Oigescherrdes" sagt, sondern Oigscherrdes. Aber das sei Dir noch verziehen, als Nicht-Eschdler kann man da mal schnell durcheinander kommen.

Nun zu Deinem obigen Bericht:

Das "Oigscherrde" des Pfälzerwald-Vereins ist in der Umgebung sehr bekannt und beliebt, weshalb immer sehr viele Gäste von außerhalb kommen und es zu Stoßzeiten eben auch zu "Oischerr-Schibbe"-Engpässen usw. kommen kann. Daß es bei einem Buchenholz-Feuer Rauch geben kann, der auch noch im Wind hin und her weht, dürfte auch dem oischerr-unkundigsten Oischerrer hinreichend bekannt sein.

Auf den Gedanken, dass beim Oischerre nur noch das Bärenfell fehlt, kann wirklich nur jemand kommen, der damit absolut nichts am Hut hat. Wir schlagen vor, dass Du, solltest Du Dich nochmals dazu durchringen, ein Oigscherrdes mitzumachen, einfach ein solches Bärenfell mal mitbringst und einen neandertalischen Tanz ums Feuer vorführst. Dies trägt mit Sicherheit zur allgemeinen Erheiterung bei und Du hast die Lacher auf Deiner Seite.

Im übrigen gibt es in Esthal noch andere Möglichkeiten, um sich vollends die Lichter auszuschießen, als besagtes, gutgeheiztes Café, welches es leider nicht mehr gibt.

Wenn man oischerre will, sollte man einige Regeln beachten:
 

1. Im Rauch zu stehen kann von Vorteil sein, man hält sich länger. Genauso gut kann man aber auch einen oder zwei Schritte zur Seite gehen. Sollte der Rauch nicht so vernüftig sein und in eine andere Richtung wehen, sollte man den Vorgang ein paar mal wiederholen.
 
2. Wartezeiten auf die Schibb sind einzukalkulieren, wenn man das nicht will, ist gegen eine eigene Oischerrschibb, die mitzubringen ist, nichts einzuwenden. Vorher ist allerdings eine Erlaubnis des Scherrermeisters einzuholen.
 
3. Gegen Kohlereste am Oischerr-Gut sollte man nichts haben. Erstens sind wir ja nicht zimperlich und zweitens säubert Dreck ja bekanntlich den Magen.
 
4. Schlechtes Wetter gibt es nicht, nur schlechte Kleidung. Richtige Oischerrer (nicht nur Eschdler) stört das nicht.
 
5. Ebenso sollte man mit Minusgraden keine Probleme haben. 10 Grad plus ist kein Oischerr-Wetter. Das herrscht ab dem Gefrierpunkt abwärts.
 
6. Daß an einem Oigscherrde Halli-Galli herrscht, ist völlig normal.
 
7. Wenn man das heimische Sofa und Freizeitklamotten bevorzugt, anstatt im Wald ein paar fröhliche Stunden zu verleben, dann sollte man besser zu Hause bleiben.


Wenn man diese Regeln beachtet, sollte einem fröhlichen, unbeschwerten Oigscherrde nichts im Wege stehen.

Zum Schluß noch ein Tipp:

Es gibt auch Jedermann-Oigscherrde, bei denen nicht ganz soviel los ist, wie beim Pfälzerwald-Verein. Für alle, die es eine Nummer kleiner lieben. Die Termine hierfür finden sich im Oischerr-Kalender.

Es grüßt die Vereinigung der Eschdler Scherrermeister.


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