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Oigscherrdes - Was ist
das? |
Der Pfälzerwald, von dem Esthal
ringsum umgeben ist, war früher die Haupterwerbsquelle der Bevölkerung. In den
Wintermonaten machten die Waldarbeiter an ihrer jeweiligen Arbeitsstelle im Wald
ein Feuer, um sich aufzuwärmen. Um auch im Wald eine warme Mahlzeit zu haben,
wickelten sie ein Stück Fleisch zuerst in Brotpapier und dann in Zeitungspapier, holten Glut aus dem Feuer,
legten das Päckchen darauf und deckten es mit weiterer Glut zu, bis es komplett
"oigscherrt" war. Dadurch verbrannte das Zeitungspapier nicht und das Fleisch
wurde nach einer Weile gar.
Der moderne "Oischerrer" von heute
nimmt natürlich kein Zeitungspapier mehr sondern handelsübliche Alufolie. Am
Oischerrvorgang selbst hat sich aber im Vergleich zu früher nichts geändert.
Diese "Oischerr-Tradition" findet
jedes Jahr ab Dezember bis in den Februar aufs Neue im Wald rund um Esthal
statt. Viele Vereine, aber auch kleinere Gruppierungen, Familien usw. laden
Freunde und Bekannte ein und veranstalten ihr "Oigscherrdes". Und so sieht man
an schönen, kalten Januarsamstagen rund ums Dorf Rauch aufsteigen und weiß
genau: "Aha, dort werd oigscherrt".
Das beste "Oischerrwetter"
herrscht bei trocken-kalten Temperaturen ab dem Gefrierpunkt abwärts. Hier kann
man es sich dann am großen Buchenholzfeuer bei viel Glühwein, Schnaps und
anderen Getränken, die von innen wärmen, besonders gut gehen lassen.
Je nach dem, wie groß das "Oigscherrde"
ist, entfacht man ein oder sogar zwei Feuer. Das Holz hierfür wird meistens an
einem früheren Termin gemacht und bis zum "Oischerr-Tag" am "Oischerr-Platz"
gelagert. Oftmals wird am Tag des Holzmachens gleich an Ort und Stelle ein Feuer
gemacht um nach getaner Arbeit, na was wohl, oizuscherre.
Das Oischerre selbst beginnt dann
recht früh am Morgen mit dem Feueranzünden. Dies ist meistens den Männern
vorbehalten. Sie sorgen dafür, dass ordentlich Glut da ist, wenn der "Rest"
(Frauen und Kinder) so nach und nach eintrifft.
Dann steht man die ganze Zeit ums
Feuer, isst und trinkt und hat jede Menge Spaß. Die Kinder bekommen meistens "e
Schipp voll Glut" für ihr eigenes Kinderfeuer.
So manches "Oigscherrde" endet
erst spät am Abend oder gar noch später, je nach Stimmung, aber die ist sowieso
immer super.
Wer noch kein "Oigscherrdes"
erlebt hat, der sollte unbedingt einmal nach Esthal kommen. Es lohnt sich.
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